Körwabär

Der Körwa-Bär

Zu einer fränkischen Körwa gehört zum Abschluss der Körwabär. Dazu wird ein Bursche so mit Stroh verkleidet, dass er nicht mehr zu erkennen ist. Oft schwärzt man sein Gesicht gar noch mit Ruß. Niemand darf wissen, wer unter dem Stroh versteckt ist, auch will nicht jeder den Körwabären spielen. Oft muss man das Opfer mit etlichen Maß Freibier dazu "überreden", den Körwabären zu machen. Zuweilen soll es auch vorgekommen sein, dass ein junger Bursch mit so viel Bier gefügig gemacht worden ist, dass er hinterher gar nicht mehr wusste, dass er der Körwabär war.
Gegen Nachmittag oder frühen Abend setzt sich ein lustiger Zug in Bewegung. Die Zechbuben gehen mit einem Leiterwagen, auf dem ein Faß Bier mitgenommenwird, voraus. Einer führt den Körwabären an einer scheppernden Kette. Der Bär gebärdet sich ganz wild und fährt allen, die er erwischen kann, in die Haare oder gar unter den Rock,um dann Schläge von seinem Treiber einzuheimsen. Die Kinder stiben kreischend davon, wenn er kommt, um ihn dann zu zwicken und zu schikanieren - von hinten, versteht sich!
Alle, die am Weg stehen, dürfen gegen einen kleinen Obulus aus dem Krug der Zechbuschen einen Schluck nehmen. Man sammelt Geld oder auch Eier ein, das heiliche Gold der Bäuerinnen. Heute erhält man oft einen kleinen Geldbetrag. Die Eier werden anschließend gleich mit Speck gebraten verspeist. Früher dienten sie auch als Lohn für die Musikanten.