Necknamen

Necknamen

In den Zeiten, als man noch dörfliche Gemeinschaften kannte, blieb es nicht aus, dass man Leute aus anderen Ortschaften ein bisschen necken wollte. Das war besonders im Wirtshaus eine beliebte Beschäftigung. Trieb man es zu bunt, musste man riskieren, eine handfeste Abreibung zu bekommen. Manchmal wurden Rauferein nur durch das Zurufen von Spitznamen geradezu provoziert. Reime und Schnaderhüpferl wurden auch gerne von den Kirchweihbuben bei der Kirchweih oder beim Tanz um den Kirchweihbaum gesungen.

Zuweilen bezogen sich die Spitznamen auf Begebenheiten in einer bestimmten Ortschaft, oft waren auch landwirtschaftliche Bedingungen wie Bodenbeschaffenheit, bestimmte Produkte oder eben nur eine Besonderheit der Grund für den „Spitznamen“.

Dabei darf man nicht vergessen, dass das echte Fränkisch auch ziemlich derb sein kann. Selten einmal diente diese Derbheit aber dazu, jemanden zu beleidigen. Auch das Verrichten eines durchaus menschlichen Bedürfnisses hinsichtlich einer gewissen Erleichterung musste oft für die Bildung eines Spitznamens herhalten.

So hat diese Aufzeichnung nur den Charakter der Bewahrung von ehemals Bekanntem, sie soll in keiner Weise irgend jemanden treffen oder gar beleidigen!

Lesehinweis:
Die Buchstabenverbindung „ei“ wird in Franken auf verschiedene Weise gesprochen.

Einmal so, wie bei einem Hühnerei. Dann ist das „ei“ normal geschrieben: dei Hemmad hengd raus – dein Hemd hängt heraus.

Ist hinter dem „e“ ein Bindestrich eingefügt (e-i), muss man sowohl das „e“, wie das „i“ zwar zusammen und dennoch einzelnbetont sprechen: Etz kummt de-i scho widdâ! – Jetz kommt die (eine Frau) schon wieder. Etwa so wie wenn man das englische „Hey“ spricht.
Die Endung –er wird oft als dunkler „a“-Laut gesprochen:
dâ Vaddâ - der Vater
Dieser Laut wird als a mit einem Dächlein darauf â dargestellt.






Ortsname PLZ Neckname Erklärung
Abenberg 91183 Globfâ Klopfer
Die Abenberger mussten viel Sandsteine "klopfen" (zurecht hauen) damit sie unter anderem auch ihre Burg bauen konnten.
Alerheim 86733 Schollaglopfr Schollenklopfer
mussten die Schollen auf lehmigem boden zerstören (zerschlagen)
Allersberg 90584 Droudze-icher Drahtzieher
Allersberg ist neben Freystadt die Wiege der deutschen Drahtzieherzunft. Der erste wirtschaftliche Aufschwung des Marktes ist den Drahtziehern zu verdanken.
Altenfelden
(b. Allersberg)
90584 Sandhoosn Sandhasen
Der Boden um den Ort ist sehr sandig.
Altenmuhr 91735 Schnougng
Schnougnfessâ
Schnaken
Schnakenfresser
feuchte Wiesen, begünstigten die Entwicklung der StechmückenSiehe Sprüche !
Ansbach 91522 Wolfshängâ Wolfshenker
1685 trieb ein Wolf angeblich sein Ungemach in den Wäldern um Ansbach. Schließlich ging er seien Jägern in die Falle, als er einen mit Reisig überdeckten Brunnen überqueren wollte. Da Tier stürzte in die tiefe und die wartenden Häscher steinigten den "bösen" Wolf. Der Markgraf aber verlangte, dass der Wolf nach Onoldsbach gebracht werde, damit alle sähen, dass die Bestie wirklich tot sei. Man schlug ihm die Schnauze ab und setzte ihm eine Maske mit menschlichen Zügen auf. auch Perücke und Bart wurden angebracht, sogar menschliche Kleidung zog man ihm an. Anschließend henkte man ihn am Schnellgalgen. Man vermutete gar, der kürzlich verstorbene, von allen verhasste Bürgermeister Leicht, kehre zum Wehrwolf mutiert in dieser Gestalt wieder. Damit nicht zu viel Unsinn ins Kraut schieße, hatte der Markgraf befohlen, den gesteinigten Wolf öffentlich aufzuhängen. Seitdem nennt man die Ansbacher Wolfshenker.
Appetshofen 86753 Häweter Heuwetter
Siehe Sprüche !Häweter flieag Appetshofa zua!.. flieg nach AppetshofenDie Appetshofener schickten dereinst, als warmes Wetter für die Heuernte ausblieb, einen der ihren zum Apotheker nach Neresheim, damit er dort Heuwetter hole. Der Apotheker packte seinem Kunden eine Hummel in ein Schächtelchen mit der Maßgabe, dass er es erst zu Hause öffnen dürfe. Nicht weit vom Dorf übermannte ihn aber die Neugier, weil es in dem Schächtelchen gar so brummte. Er öffnete es und das "Heuwetter" flog über die Fichtenspitzen davon. Er konnte nur noch hinterherrufen: "Häweter fliag Appetshofa zua" (Heuwetter flieg nach Appetshofen). Es ist nicht ratsam einem Einheimischen zuzurufen: "Fliag Appetshofa zua!
Auernheim 91757 Wasserdoaler Wasserteiler
In diesem hoch auf dem Hahnenkamm gelegenen Ort (der höchste Ort Mittelfrankens) gab es nur einen Brunnen, der auch bei größter Hitze Wasser führte. Dieses musste geteilt werden.
Auhausen 86736 Schilfbrunzer In das Schilf Urinierer
Wenn man ein menschliches Bedürfnis hatte, rannte man eben mal in das Schilf an der Wörnitz.
Baldingen 86720 Lämmleshenker Lämmerhenker
Bamberg 96049 Zwiefltreter Zwiebeltreter
Gemüseanbau vor dem Reifen müssen die Kräuter der Zwiebel umgetreten werden
Baunach 96148 Gloggenbinder Schneggenköpf Glockenbinder
Schneckenköpfe
Beilngries 92339 Zwiifldreedâ Zwiebeltreter
Siehe Bamberg!
Berching 92334 Hechtn Hechte
Vor vielen Jahren führte die Sulz wieder einmal Hochwasser. Das ganze Tal von Berching bis Plankstetten glich einem großen See. Die Fische hatten daran ihre helle Freude, war doch ihr Bereich bedeutend erweitert worden. Aber so schnell die Fluten gekommen waren, so rasch kehrten sie wieder in ihr altes Bett zurück. Ein neugieriger Hecht aber hatte den Anschluss verpasst und blieb hilflos auf der Wiese liegen. Dort fand ihn ein Berchinger Bürger, der ein so wundersames Tier in seinem Leben noch nicht gesehen hatte. Er brachte deswegen seinen Fund auf das Rathaus, auf dass die Stadtväter dieses seltsame Ding erkennen sollten. Es wurde lange beraten und verhandelt und am Schluss einigte man sich, dass es ein Vogel sei. Alle Bewohner sollten diese Neuigkeit sehen. Ein Vogelkäfig wurde herbeigeschafft, der Fisch darin eingesperrt und öffentlich zu jedermanns Bewunderung ausgestellt. Viel Volk versammelte sich auf dem Rathausplatz und man beobachtete gespannt das weitere Tun des eigentümlichen Vogels. Als dieser seinen Rachen weit aufriss, um seine geplagte Fischseele auszuhauchen, hörte man viele Stimmen, welche die Nachbarn mahnten: "Seid's stad, jetzt wird er glei" singa!" Lange Zeit lebten die Berchinger sehr zurückgezogen; denn überall wo sich einer von ihnen sehen ließ, steckten die Leute die Köpfe zusammen und höhnten: "Seht, ein Berchinger Hecht!"Quelle: Stadt Berching
Bergen 91790 Sandhoosn Sandhasensandiger Ackerboden
Berolzheim 91438 Grabfafresser Krapfenfresser
Ein Wanderbursche bekam bei der Kirchweih überall Krapfen (Blechkuchen) und wurde dem schnell über. Er warf den Kuchen mit der Bemerkung weg: "Des solln di Grabfafressâ selbâ fressn" [Das sonnen die Krapfenfresser selber fressn]
Beyerberg 91725 Druda Druden = Hexen
Der Hesselberg galt von alters her als Treffpunkt der Hexen in der Walpurgisnacht vergleichbar mit dem Brocken im Harz
Biederbach 91639 Graudskeebf Krautköpfe
Um Biederbach herum – wie auch auf den Fluren von Merkendorf – baute man sehr viel Weißkraut an und belieferte damit unter anderem die ehemalige Sauerkrautfabrik in Triesdorf. Viele Bauern fuhren auch bis nach Nürnberg oder in die Georgensgmünder Gegend. Ganze Wagenladungen wurden auch in die Kaserne in Feuchtwangen geliefert.
Bieswang 91788 Gänsbaich Gänsebäuche
Man hielt viele Gänse.siehe Sprüche!
Birkach 91154 Huzzl Hutzel => gedörrte Zwetschgen
Birkenfeld 91413 Mäuler Münder
Birkhausen 86757 Fuchsen Füchse
Bollstadt 86735 Erbesbüschel Erbsenbüschel (?)
Bollstadt 86735 Gipfelgiaßâ Gipfelgießer
Bopfingen   Rankarutschâ Rankenrutscher
Bopfingen liegt am Berg, an dessen Flanken man zum Vergnügen hinunterrutschte
Bopfingen 73441 Gelbfiaßr Gelbfüßler
Bopfingen 73441 Schwanzglobfr Schwanzklopfer
Bopfingen 73441 Kadsaschloochâ Katzenschläger
Die Bopfinger sollen Katzen gefangen haben um sie aufzuessen.
Brand 91729 Hulzknipf Holzstöcke (Holzknöpfe)
Hinweis auf Wald in der Gemeindeflur
Brombach 91729 Hulzkatzn Holzkatzen - siehe Brand
Brunn 71725 Hirschkäfr Hirschkäfer
Brunn 71725 Miischdkäfr Mistkäfer
Brunnau 90584 Sandhoosn Sandhasen
Der Boden um den Ort ist sehr sandig.
Bubenheim 91757 Schdicklschlocher Schdickl Holzpfahl
schlong schlagen vielleicht wie Dittenheim
Bühl 86733 Groosscheißâ Grasscheißer
Burgellen   Boochschdelzn Bachstelzen
Burggrub 91332 Schmozbrennâ Schmalzbrenner
Burgpreppach 97469 Kullbrennâ Kohlenbrenner
Holzkohlenmacher
Burgsalach 91790 Hulzschliegl Holzschlägel
großer Waldbesitz
Burkhardtsroth     Röhner Läushammel
Büttelbronn 91799 Sookhupfer Sackhüpfer
Coburg 96450 Mohrenköpf Mohrenköpfe
Dambach 91725 Boaner Knochen
Dort hat man die Knochen besonders sauber abgenagt, weil man so wenig zu essen hatte.
Degersheim 91719 Kuramais Kornmäuse
Boden ließ Kornanbau (Weizen) zu
Deiningen 86738 Kuhschwänz Kuhschwänze
Diech - Scheßlitz 98110 Dabbm Hausschuhe
Man hat dort aus Fahrradreifen (als Sohle) und Stoff Hausschuhe gemacht.
Dietfurt 91757 Schlotenscheißer siehe Treuchtlingen
Dietfurt im Altmühltal 92345 Chinesen Der Bischof von Eichstätt sagte einst zu seinem Kämmerer, dass die Dietfurter, zu wenig Lehen und Abgaben leisten und er solle dort einmal nach dem Rechten sehen.Die Dietfurter, von der Mission des Kämmerers unterrichtet, verschlossen ihre Stadttore und gewährten ihm keinen Einlass. Verärgert berichtete er seinem Bischof, dass die Dietfurter ihm wie die "Chinesen" vorkommen. Sie verschanzen sich hinter ihrer Mauer und nehmen keine Notiz von einem bischöflichen Kämmerer.Wie lange es her ist, dass man die Dietfurter "Chinesen" nennt, weiß niemand genau. In Urkunden der Stadt ist dieses Wort nie erwähnt worden. Einen Nachweis aber bietet der "Kalender für kath. Christen auf das Schaltjahr 1860" und ein wissenschaftlicher Artikel des Eichstätter Pastoralblattes von 1869, in denen das Dietfurter Gebiet als "Chinesenviertel" genannt ist.Diese gültige Schrift setzt einen großen Bekanntheitsgrad des Spitznamens voraus, der wiederum auf ein (schon damals) sehr hohes Alter schließen lässt.Quelle: Stadt Dietfurt
Dinkelsbühl 91550 Blausiadr Blausieder
In Dinkelsbühl gibt es seit je her sehr gute Fischgerichte, etwa Karpfen blau. Jedes Jahr im Herbst werden noch heute delikate Fischgerichte in den Wirtshäusern angeboten.
Dittenheim 91723 Schrollenbumpser Schrollen Schollen,
bumpsen hier: zerschlagen
Der Lehmboden der Felder von Ortschaften, die auf dem schwarzen Jura (Lias) liegen, wird bei Trockenheit sehr hart. Wollte man die Felder bestellen, mussten die hart gewordenen Schollen mit Stöcken oder Hacken zerschlagen werden, eine sehr mühevolle, harte Arbeit.
Döckingen 91805 Kazzâkodâ Kater
Dollnstein 91795 Fahnaflicker Fahnenflicker
Die Dollnsteiner hatten dereinst eine in die Jahre gekommene Fahne, die schon recht zerschlissen war. Daher beschloss man, eine neue zu kaufen. Anstatt sie in ihrer neuen Pracht zu verwenden, zerschnitten sie dieselbe und flickten damit die alte.
Donauwörth 86609 Maijakeefâ Maikäfer
Es geht di Mär, dass ein Schelm in Donauwörth seine Zeche mit einer Schachtel, in der es kräftig rumorte, bezahlte. Er behauptete, dass etwas ganz Besonderes darin wäre, man dürfe die Schachtel aber erst öffnen, wenn der Geselle nicht mehr zu sehen wäre. Als man später das Behältnis voller Spannung öffnete, surrten nur Maikäfer in den Abendhimmel.
Dörflein 91617 Gaasböck Ziegenböcke
Dornhausen 91741 Schienazeicher Schienenzieher
man musste Dienste beim Bau der Bahnstrecke Pleinfeld Gunzenhausen leisten
Dornstadt 86736 Hulzkadsn Holzkatzen
Waldbestand
Dörrnwasserlos 96110   siehe Sprüche
Dürren-zimmern 86720 Miischdgablr Mistgabler
Ebenried 90584 Daibolln Teigbollen
(Teig ist hier Lehm)
Der Boden um Ebenried ist sehr lehmig
Ebermergen 86655 Wassâmais Wassermäuse
Edersfeld 91710 Hulzgicker Holzhauer
siehe Brand
Ehingen 86741 Raffer Raufer
Die Bewohner von Ehingen galten als sehr rauflustig, siehe auch SprücheAus Ehingen wird erzählt, dass junge Burschen dort Jagdpacht bezahlen mussten.Wollte nämlich ein Bursch von auswärts in den Ehinger Jagdgründen ein Mädchen besuchen, so verlangten die einheimischen jungen Männer eine sogenannte Jagdpacht. Es soll vorgekommen sein, dass man etwa am Auto des Auswärtigen die Räder abmontierte um so dem Verlangen nach dem Pachtzins Nachdruck zu verleihen. Dieser musste dann nicht unter 20 Liter Bier oder etwa 30 € "Trink"-geld entrichtet werden. Dies geschah auch einmal einem jungen Mann, der ein Mädchen nur nach Hause gefahren hatte, weil sie sonst keine Fahrgelegenheit hatte.
Ehingen 86741 Nebelsturer Nebelstocherer
nördlich des Hesselbergs war es oft sehr nebelig
Ehringen 86757 Affa Affen
Eichstätt 85072 Sausoogschleifer Sausackschleifer
Ein Sausack ist ein Presssack oder Schwartenmagen.Von den Eichstättern erzählt man sich folgende Geschichte:Einstens liebten sie ihren Bischof sehr. Weil sie ihn eh mit ihren Steuern verköstigen mussten kamen sie auf die Idee, ihm einen Sausack zu schenken. Um ihre Verehrung für den hohen Herrn auszudrücken, machten sie ihm einen so großen Sausack, dass sie ihn nicht mehr tragen konnten. Sie mussten ihn wohl oder übel übers Pflaster schleifen.Oder:Sie mochten ihren Bischof gar nicht. Deshalb übergaben sie ihm einen alten, vertrockneten Sausack. Von diesem musste man die Schwarte gar mit der Schleifscheibe entfernen.
Eismannsdorf 90584 Goaßnöidâ Ziegennötiger
In Eismannsdorf wollte ein Ziegenhalter Nachwuchs von seiner Geiß haben. Sein Bock machte aber keinerlei Anstalten, seiner Aufgabe nachzukommen. Deshalb "nötigte" sein Halter das Tier, seine Pflichten zu vollziehen.
Ellingen 91792 Schlotenscheißer siehe Treuchtlingen
hier die Wiesen an der Rezat
siehe Sprüche!
Ellingen 91792 Schlossherrn Anspielung auf das Schloss des Deutschen Orden.
Engelhardsberg 91346 Hadelbauern  
Enkering 85125 Galgngdenglâ Galgendengler
sie dengelten am Galgen ihre Sensen
Enkingen 86753 Hungaleidâ Hungerleider
Eppersdorf   Sandhoosn Sandhasen
sandiger Boden
Erl 85229 Boochschdelzn Bachstelzen
am Bach gelegen
Ettenstatt 91796 Boochbrunzer Bachurinierer
Etting 86641 Gänskräng Gänsekragen
Fessenheim 86759 Dunnerschdoochs-he-id Donnerstagshüte
Forchheim 91301   Mauerscheißer
als Städter hat man sein Geschäft an der Mauer verrichtet
Frauendorf 96231 Schleachascheißâ Schlehenscheißer
Freystadt 92342 Bflaschderscheißer Pflasterscheißer
Neckerei für Stadtbevölkerung, weil es in der Stadt gepflasterte Straßen gab.
Frickenfelden   Schdobfâ Stopfer
Frickenfelden 91710 Schbooznbroudâ Spatzenbrater
ärmliche Gegend, man briet sogar "Spatzen"
Fünfstetten 86681 Schneabrennr Schneebrenner
Den Fünfstettern gefror einmal die Wasserleitung im Boden ein. damit das Wasser wieder fließen konnte, entfachte man über dem Leitungsverlauf ein Feuer. Ein neugieriger Wandergeselle wollte wissen, was man da tue. Er bekam zur Antwort: "Wir verbrennen gerade den Schnee."
Fünfstetten   Schneabrennr Schneebrenner
Fürnheim 91717 Holzkatza Holzkatzen
Die Fürnheimer mussten für den Fürsten von Öttingen das Brennholz in seinen Wäldern zusammentragen.
Furth im Wald 93437   Drachentöter
siehe Drachenstich in Furth im Wald (Internet)
Gänswirtshaus(bei Weißenburg) 91781 Boochbumber Sumpfdotterblumen
feuchte Gegend
Gasseldorf 91320 Haberochsen Haferochsen
Gemeinfeld 97496 Graudscheißâ Krautscheißer
Gelbelsee 85095 kalds Hirn kaltes Hirn
auf dem Jura gelegen
       
Gemünden am Main 97737 Goschnhobler solche, die einem anderen über den Mund fahren
Goschn Mund,
Hobler eigentlich Hobler,
hier: darüber fahren oder Leute, die gerne jemandem auf die "Goschn" schlagen
Gerolfing 85049 Moierkäfer Maikäfer
In Gerolfing hatte einmal ein Handwerksbursch eine ordentliche Zeche gemacht. Als es ans Bezahlen ging, übergab er der Wirtin eine Schachtel mit "wertvollen Uhren". Damit sie ihm glaubte, ließ er sie sogar an der Schachtel horchen, damit sie die "Uhren" ticken hören konnte. Natürlich ward der Handwerksbursch nie mehr gesehen, und die Wirtin musste bei Nachschau in der Schachtel, die sie als Pfand erhalten hatte, tote Maikäfer entdecken.
Gersdorf 91790 Schdosserli Dummerle
Leute aus größeren Orten hielten die Bauern auf den Dörfern oft für ein wenig beschränkt und einfältig. Ein "Schdosserla" ist die Bezeichnung für einen etwas unbeholfenen Menschen
Gnotzheim 91728 Wassâmännâ Wassermänner
Gietlhausen 86633 Gribbsluuch Loch in dem Leute wohnen, die Stehlen (gribbsen stehlen)
       
Göggelsbuch 90584 Roumbladdn Rübenplatte
Der Boden in der Gegend um Göggelsbuch ist sehr lehmhaltig und deshalb gut für den Rübenanbau
Gösseldorf 91344 Luxn Luchse
Gräfensteinberg 91729 Henggâ Henker
vielleicht stand dort weithin sichtbar ein Galgen
Greding   Duaroschneider Torabschneider
Die Gredinger werden seit dem Mittelalter die Torabschneider genannt.Das kommt daher, dass im Winter das Eichstätter Tor oft zugefroren war. Somit war es nicht möglich, in die Stadt oder hinaus zu kommen. Nach langem Überlegen kamen die Räte der Stadt auf die glorreiche Idee, das Tor abzuschneiden.
Greiselbach 91634 Wulfsfängâ Wolfsfänger
Großorheim 91522 Boggfarzer Bockfurzer
Sie furzten wie Ziegenböcke.
Guggenmühle (b. Allersberg) 90584 Sandhoosn Sandhasen
Der Boden um den Ort ist sehr sandig.
Gundelsheim b. Möhren   Presssaggfressâ Presssackfresser
aßen gerne und oft Pressack - Armeleuteessen
Gundelsheim b. Möhren 91757 Knobbern Knoppern
harte Menschen / listige Menschen
Gunzenhausen 91710 Pflaschdâscheißâ Pflasterscheißer
Gunzenhausen hatte, als Stadt gepflasterte Straßen. Musste man seine Notdurft verrichten versteckte man sich nicht selten schnell in einer Hofeinfahrt. Es kann auch der Neid der Bewohner aus dem Umland zum Ausdruck kommen, denn dort waren die Straßen meist unbefestigt.
Gunzenhausen 91710 Schloudnscheißâ Schlotenscheißer
siehe Treuchtlingen
Haardt 91781 Hulzglozzâ Auf das Holz glotzen
(mit starrem Blick schauen)
Haardt ist ringsum von Wald umgeben. Egal in welche Richtung man blickt, immer schaut man auf eine Waldfront.
Hagenau 91757 Walâgnobbern Weilerknobbern
eigensinnige Leute, die in einem Weiler wohnten
Hainsfarth 86744 Hummelwäschâ Stierwäscher
Hallstadt 96103 Grabfabaggâ Krapfenbäcker
Hammelburg 97764 Schlabbmbauern Schlappenbauern
Harburg 86655 Hosenlupfer Hasenanheber
Harrhof (b. Allersberg) 90584 Sandhoosn Sandhasen
Der Boden um den Ort ist sehr sandig.
Haßfurt 97437 Hulzknipfl Holzstöcke siehe Brand
Haßfurth 97437 Hoosn Hasen
Heblesricht (bei Allersberg) 90584 Kazznbean-schneidâ Katzenbärenschneider
Ein Katzenbär ist ein Kater. Ein solcher wurde von den Heblesrichtern einst "geschnitten", d.h. kastriert. Vielleicht stellte man das etwas ungeschickt an.
Hechlingen 91719 Kuramais Kornmäuse
Heidenheim/ Hahnenkamm   Schouflais Schafläuse
Der karge Boden rund um Heidenheim ließ nur Schafzucht zu
Herkheim 86720 Rangarudschâ Rankenrutscher
Herkheim lieg unterhalb eines Abhangs
Heroldingen 86655   Rankenrutscher
Herzogenaurach 91074 Flaggng man flaggd sich auf das Sofa, heißt man legt sich auf das Sofa
Im Dialekt nennt man Tauben dort Flaggng
Herzogenauracher Burschen und Männer sollen sich öfter mal in "fremma Schlääch neigeflaggd hom" (sich in fremde Betten [Taubenschläge] gelegt haben) und erst anderntags wieder nach Hause gekommen sein, besonders wenn sie zur Kirchweih in Höchstädt waren.
Herzogenreuth 91332 Klößtiegel Hexn
Heuberg 91781 die Fürsichtigen Vorsichtigen
Hilpoltstein 91161 Geißböck Ziegenböcke
Hilpoltstein 91161 Bflaschderseucher Pflasterurinierer
Leute, die auf das Pflaster urinierenneidisch abfällige Bezeichnung für Bewohner einer Stadt, in der die Straßen schon gepflastert waren. (oberpfälzischer Einfluss seuchen im Mittelfränkischen eher brunzen)
Höchstadt/Aisch 91315 Reudl Roder
reudeln = roden -->reuthen
Ein Reudl ist ein etwas grober Mensch. Da die Höchstdter viele Bäume fällen mussten, wozu man grobes Werkzeug braucht, soll dies auf sie selbst abefärbt haben, sie seien halt etwas grob.
Hohenpölz 91332 Schdennsingâ Sternsinger
Hohentrüdingen 91739 Kerschlschlitzer Kirschenschlitzer
Kerschlschlitzer nennt man die droben vom Berg überall im Hahnenkamm und im Nordries. Dank ihrer sonnigen Südhänge können die Trüdinger jedes Jahr die besten und süßesten Kirschen der ganzen Umgebung ernten. Kein Wunder, dass man sie in klingende Münze umzutauschen versucht und möglichst nicht zu knapp!Eines Tages wog ein Hohentrüdinger wieder einmal auf dem Oettinger Obstmarkt 'a Pfündle' Kirschen ab. Es wollte und wollte die Waage nicht ins Gleichgewicht kommen, und der Bauer hatte seine liebe Not! Nahm er eine Kirsche weg, senkte sich die Seite mit dem G'wichtl, tat er die Kirsche wieder drauf, war die Waagschüssel zu voll und neigte sich zu seinen Ungunsten. Was blieb dem armen Bauern anderes übrig, als die Frucht auseinander zu schlitzen?!
Hohentrüdingen 91739 Bressaggdreschâ Preßsackdrescher
Noch eine andere Begebenheit ereignete sich anfangs der dreißiger Jahre droben in Hohentrüdingen. Als das Elektrisch noch nicht unter Putz lag, soll es vorgekommen sein, dass ein Igel schon des öfteren die Leitung an- und abgenagt und so einen Kurzschluss verursacht hatte. Als wieder einmal das Licht ausging beim schönsten Schafkopf in der Rockenstube schlichen sich einige Burschen hinaus in den Schuppen und droschen mit Prügeln auf den vermeintlichen Übeltäter ein, der noch auf dem Tisch saß. Erst am nächsten Morgen gewahrte man, dass die Tapferen einen Presssack verdroschen hatten. Presssackdrescher heißen sie seitdem auch, die von Hohentrüdingen.
Holzingen 91781 Doochlodnscheißer Dachtürscheißer
einer der vom Doochloden (Türe im Dachfirst über dem Stalleingang) herab seine Notdurft verrichtet.
Ein Bauer habe sein großes Geschäft aus dem Dachladen (Türe auf der Tenne über dem Stalleingang, zum Transport von Säcken etc) verrichtet, weil er es bis ins Herzhäusel nicht mehr geschafft hätte. Dabei ist er beobachtet worden.
Holzkirchen 97292 Madlschiabâ Mantelschieber
Hundsdorf 91796   siehe Sprüche!
Igelsbach 91720 Hulzkadzn Holzkatzen à Brand
Ingolstadt 85000 d" Schanzâ die Schanzer
Zur Befestigung Ingolstadts wurden Schanzmauern gebaut, die das einfache Volk mit Schaufel und Schubkarre errichten mussten.
Itzingen 86653 Gänssaddlâ Gänsesattler
Kalbensteinberg 91720 Huzzlsägg Zwetschgensäcke
Huzzln sind getrocknete Zwetschgen
Kehl 91781 Wolkenschdierâ Wolkenschieber
Kehl liegt hoch über Weißenburg an der Albkante - den Wolken nahe.
Die Wolken störten die Kehler immer wieder. Da kam einst ein Handwerksbursch vorbei, der machte ihnen weiß, er wüsste einen guten Rat. Er ließ sich gut bezahlen und empfahl dann den Kehlern, die Wolken mit langen Stangen einfach weg zu schieben.
Kemmern 96164 Guggugg Kuckuck
Kipfenberg 85110 Goaßhenggâ Ziegenhenker
Kipfenberg umgab eine Stadtmauer. Auf der Mauer wuchs im Laufe der zeit Gras. Da kamen die Kipfenberger auf die Idee, eine Geiß auf die Mauer zu bringen, damit sie das Gras abweiden könne. Gesagt, getan wurde die arme Ziege an ein Seil gebunden. die Schlinge lag um den Hals. die wackeren Kipfenberger zogen auch kräftig an. Bald hing dem Tier sogar die Zunge aus dem Maul. Daraus schlossen die Kipfenberger: "Schau nur wie begierig die Goaß auf das Gras ist." Als sie ihre Goaß aber auf der Mauer hinstellen wollten, mussten sie feststellen, dass sie dieselbe mit dem Strick gehenkt hatten.
Kirchaich 97514 Moggln Zapfen
von der Lärche
Konstein 91809 Bfannafliggâ Pfannenflicker
eigentlich fahrendes Volk
hier auch möglich durch Glasindustrie. Glas wurde in Pfannen geschmolzen, diese mussten ab und an repariert werden
Kornmühle (b .Allersberg) 90584 Roumbladdn Rübenplatte
Der Boden in der Gegend um die Kornmühle ist sehr lehmhaltig und deshalb gut für den Rübenanbau
Kösching 85092 Mandlfliggâ Mantelflicker
Der Mantel des Herrn Pfarrer war alt und löcherig geworden. Deshalb beschloss die Gemeinde, dem hochwürdigen Herrn einen neuen Mantel zu kaufen. Aber anstatt ihm diesen zu schenken, schnitt man Stoffteile aus dem neuen Mantel, um die Löcher des alten zu flicken zu können.
Köttensdorf 96110 Sandhosn Sandhasen
Kröttenbach 91743 Di Schdoodlkooder Die Stadelkater
Dort findet man bei jedem Gehöft mehrere Stadel.
Kurzenaltheim   Schluderfresser Sauermilchesser
Schluder ist geronnene, saure Milch deutet darauf hin, dass man sehr arm war.
Lampersdorf 90584 Roumbladdn Rübenplatte
Der Boden in der Gegend um Göggelsbuch ist sehr lehmhaltig und deshalb gut für den Rübenanbau
Langenaltheim 91799 di Schoufbrauna Schafbraunen
Die Langenaltheimer verkauften oft die Wolle ihrer Schafe auf dem Markt in Treuchtlingen. Einmal hatte ein Anbieter braune Wolle von einem dunklen Schaf dabei und erzielte einen höheren Preis, weil das ungewöhnlich war.Das veranlasste einen geschäftstüchtigen Langenaltheimer, seine Schafwolle zu färben. Leider begann es am Markttag zu regnen und der Schwindel wurde offenkundig, weil die Farbe als braune Brühe unter dem Stand davonlief.
Langlau 91738   siehe Sprüche!
Laub   Zwiifldreedâ Zwiebeltreter
Laubenzedel 91710 Schluderfresser Sauermilchesser
Schluder ist geronnene, saure Milch
in Laubenzedel stand einmal eine Molkerei, für arme Leute aus dem Dorf blieb nur der "Schluder" als Lebensmittel
Lauf 91207 Gaskaafer Ziegenkäufer
Lehmingen 86732 Sausäck Presssäcke
Schwartenmagen - Presssack
Leidingsdorf   Hulzkadzzn Holzkatzen
Lellenfeld 91722 Mongoln Mongolen
auffällig viele Menschen mit asiatisch aussehenden Augen, geschlitzte Augen
Lellenfeld   Sandhoosn Sandhasen
Hinweis auf Sandboden
Lentersheim 91725 Hoosnfe-iß Hasenfüße
Einst sollen die Lentersheimer am Hesselberg einen Hasen mit einem Fuß erspäht haben. Als sie ihn einfangen wollten, verschwand das Häslein in einer Höhle. Die Lentersheimer ließen darauf hin ein Seil in die Höhle hinab. Als sie es wieder herauf zogen, in der Hoffnung, der Hase habe sich daran gefangen, hing aber nur ein Hasenfuß daran.
Leutzdorf 91327 Frösch Frösche
Lichteneichen 04769 Braißnsiidâ Preußensieder
Lichtenfels 96215 Dümpfer Deichschöpfer
In Lichtenfels verläuft der Mühlbach neben dem Main. Einmal zu Kriegszeiten - wollten die Lichtenfelser ihre Pretiosen in Sicherheit bringen. Man kam auf die Idee, die Dinge im Mühlbach zu versenken. Als die Gefahr vorbei war, mussten die wertvollen Gegenstände im Mühlbach wieder gehoben werden. Dazu musste man ihn ausschöpfen.
Lohr am Main 97816 Mopper für geborene Lohrer
Lohr am Main 97816 Schnüdl für zugezogene Lohrer
Löpsingen 86720 blinde Küah blinde Kühe
Maihingen 86747 Graudsköbf Krautköpfe
Marktoffingen 86748 Parler  
Marktredwitz 95615 Ölpuper  
Marktredwitz 95615 Saubeschlocher Schweinebeschläger
schlugen Schweine Hufe an die Füße
Mauk 91166 Raamschleggâ Rahmschlecker
In Zeiten in denen es in den Häusern noch keine Kühlschränke gab, suchte man nach kühlen Orten, wo man leicht Verderbliches leichter aufbewahren konnte. Deshalb kamen drei Mauker Bäuerinnen auf die Idee, ihre Milch, besonders den Rahm in der Kirche abzustellen. Der Mesner aber naschte gerne an dem süßen Rahm. Einsmals hätten ihn die Bauersfrauen fast beim Schlecken erwischt. Schnell versuchte er sich zu verdrücken, nicht ohne dem Heiligen Sebastian, dessen Statue auf dem Altar stand, ein bisschen Sahne um den Mund zu schmieren und schnell durch die Sakristei das Weite zu suchen. Der Schwindel kann aber doch heraus. Seitdem stellt man keine Weidlinge mit Milch mehr ins Kirchlein. Die "Rahmschlecker" sind die Mauker aber geblieben.
Mauren 86655 Hulzschliiechl Holzschlegl
Megesheim 86750 Schoofrubfâ Schafrupfer
Meinheim 91802 Galoppen siehe Sprüche
Merkendorf 91732 Graudsköbf Krautköpfe
in der Gegend wurde viel Kraut angebaut
Michelau 96247 Fresskröten  
Michelbach 9234 Säckooschneider Säckeabschneider
Miltenberg 63897 Schdaddscheißer Stadtscheißer
Mitteleschen-bach 91734 Hunna Hunnen
Mitteleschen-bach 91734 Bauchâ Leute mit großen Bäuchen
Möhren 91757 Beddlsäggl Bettelsäcke
für Bettler
Man war sehr arm in diesem Dorf siehe Sprüche!
Monheim 86653 Herrgoddsboodâ Herrgottsbader
Einst gingen die Monheimer nach Wemding Wallfahrten. Die Straßen waren damals recht staubig, so war auch das Tragekreuz an der Spitze des Zuges sehr staubig geworden. Man wollte aber nicht in Maria Brünnlein mit einem staubigen Herrgott am Kreuze erscheinen. Deshalb wusch man es kurzerhand in einem Weiher am Ortsrand von Wemding.
Mönning (b. Allersberg) 90584 Schnürbfl, Schnerpfel
(Ende einer Wurst, da wo sie zusammengebunden ist, auch Anschnitt eines Brotlaibes)
Der Ort sieht aus der Luft aus, als sei er in der Mitte "zusammengebunden"
Mörnsheim 91804 Stieglitzfanger Stieglitzfänger
Einst entwich einem Mörnsheimer sein geliebter Stieglitz. Mit großem Geschrei lief er auf die Straße. Seine Freunde wollten ihm einen Gefallen tun und beim Einfangen helfen. Deshalb schlossen sie die Markttore. Den Stieglitz freilich erwischten sie nicht mehr.Mörnsheim ist auch bekannt durch seinen Salzkuchen. Dabei handelt es sich um eine Art Semmel, die in der Mitte ein Delle eingedrückt bekommt. Dort hinein gibt man Mehl, Salz und Petersilie. Eine begehrte Leckerei!
Möttingen 86753   Trassbarone
Möttingen 86753 Neblfressâ Nebelfresser
Muhr am See 91735 Schnoogn Schnaken = Stechmücken
sumpfiges Gebiet
Munningen 86754 Wenzlöscher  
Mühlheim 91804 Boochscheißâ Bach scheißer
Nasswiesen 91757 Waalergnobbern Weilerknobbern
Nennslingen 91790 Weiherbrunzer Weiher an der Anlauter
Gänsehaltung
siehe Sprüche!
Nennslingen 91790 Gänsbaich Gänsebäuche
Man hatte (an der Anlauter und in den Weihern) viele Gänse
Neubrunn 97277 Schdoaglobfâ Steinklopfer
Neuenmuhr 91735 Gaasbockreiter Ziegenbockreiter
Schnookn siehe Altenmuhr
Neuheim 91757 Walergnobbern Weilerknobbern
Neumarkt/Opf 92318 Moobiffe Moosbüffel
für viele Oberpfälzer zutreffend
Niederhofen 91781 Schmalzkuttler Schmalzspucker
waren für ihr gutes Gänseschmalz bekannt, deshalb nannte man den Ort auch Schmolzgroub (Schmalzgrube)
Nördlingen 86720 Loamsiadr Leimsieder
Nürnberg 90400 Herrgodds-schwäzzâ Hergottsschwärzer
Habt ihr das großmächtige Kruzifix schon gesehen, das zwischen den beiden Türmen der Sebalder Kirche an der Außenseite des Mittelfensters hängt?Seht es euch nur an, denn mit ihm hat es eine besondere Bewandtnis. Schwarz und düster hängt es hoch droben, und es soll doch ehedem ganz aus Silber gewesen sein und wie der helle Sonnenschein geglitzert und gegleißt haben. Die Nürnberger waren ordentlich stolz darauf, und es ist nicht zu bezweifeln, daß andere Städte sie um dieses Kunstwerk beneideten. Da kam der große Krieg ins Land, und der Rat hatte neben vielen Sorgen auch Angst um das silberne Kruzifix. Es wurde deshalb Befehl gegeben, den Heiland samt seinem Kreuz abzunehmen und mit einer dicken Rußfarbe zu beschmieren, damit die feindlichen Horden das edle Metall nicht erkennen konnten.Und so geschah's. Der Krucifixus wurde heruntergeholt, mit einem tintenschwarzen Brei überpinselt und dann wieder hinaufgezogen. Die pfiffigen Nürnberger lachten sich ins Fäustchen und waren stolz auf ihren klugen Rat. Sie standen rings um den Kirchenplatz, schmunzelten und nickten sich profitlich zu.Aber da fing einer, ein ganz Frecher und Kecker, unbändig zu lachen an. Alle bestürmten ihn und fragten, was er denn habe und warum er in diesen schlechten Zeiten so übermütig sei. Er aber deutete bloß mit dem Finger hinauf auf die Fußsohlen des schwarzen Christus und - jetzt sahen es alle: Die Fußsohlen hatte man vergessen. Sie glitzerten noch in silbrigem Schein.Wahrscheinlich hat man den Heiland daraufhin ein zweites Mal abgenommen, um ihm auch die Fußsohlen mit Farbe anzupinseln; denn heute noch hängt der Krucifixus kolkrabenschwarz an der Kirche. Doch von dem Tag an hieß man die Nürnberger spöttischer Weise die "Herrgottschwärzer"; denn der Mann, der so frech gelacht hatte, erzählte mit großem Eifer diese Schildbürgerei allüberall. Er soll nämlich aus Fürth gewesen sein. So konnte er den ungeliebten Nürnbergern eins auswischen.Quelle: Nürnberger Sagen
Oberasbach bei Gunzenhausen 91710 Schrollenpumbsâ siehe Dittenheim
Obererlbach 91729 Boochscheißer Bachscheißer
Bach fließt durch den Ort
Oberhaid 96173 Sandhoosn Sandhasen
Oberhochstatt 91781 Rangarutscher Rankenrutscher
steil abfallendes Gelände an der Jurakante
Oberleinleiter 91332 Säutreiber Schweinetreiber
Obermögersheim 91717 Schaafrubfâ Schafrupfer
Man sagt die Obermögersheimer hätten ihre Schafe nicht geschert, sondern gerupft.Jagdpacht siehe Ehingen
Obermögersheim 91717 Schdöck Stöcke
Ein Stock ist ein Baumstupf - wenn man sagt: der is su eingsinni we-i a Schduuk, meint man, auch einen wortkargen, linkischen Menschen oder einen, der so stur ist, wie ein Stück Holz.
Oberschwaningen 91743 Schrollnpumpsâ siehe Dittenheim
Oberwurmbach 91710 Schoufsfe-iß Schafsfüße
Hinweis auf Schafhaltung
    Schrollnbumbsâ siehe Dittenheim
Oettingen 86732 Hungrleidr Hungerleider
Ornbau 91737 Krautsköpf Krautköpfe
Hinweis auf Krautanbau
Ostheim 91747 Gugghubfschälâ Guglhupfschäler
Ein Guglhupf ist ein Backwerk, das die Form einer Gugl = Kappe, Kapuze hat. Wahrscheinlich hatte man einmal Probleme, das Backwerk aus der Form zu bekommen.
Ötting 86700 Schnurrbärt Schnurrbärte
Pappenheim 91788 Baggdrochschüzzn Backtrogschützen
Ein etwas angetrunkener Nachtwächter hat einen in der hochwasserführenden Altmühl treibenden Backtrog, der von der oberhalb gelegenen Grafenmühle weggeschwemmt worden war, als vermeintliches Wasserungeheuer "erschossen"
Pavelsbach 92353 Säggoscheida Säckeabschneider
Um einen (Zentner-)Sack voll aussehen zu lassen, schnitt man ihn einfach ein wenig kürzer
Pfäffingen 72119 Kaadrscheidr Katerschneider
Pfofeld 91738 Lahmdredâ Lehmtreter
Hinweis auf lehmigen Boden
Pleinfeld 91785 die Haderâ Haderer - hadern mit etwas
Diesen Namen bekamen die Pleinfelder wegen ihrer vielen Prozesshändel. Ein alter Landrichter, der seine Pleinfelder gut kannte, hat oft seine Sitzungen mit dem Ausspruch begonnen: "Wie viele Hadergeschichten haben wir denn heute wieder?"
Pleinfeld 91785 die Büttnerhannesn die Hannes Büttner
Diesen Spitznamen gebrauchte das umliegende Landvolk gerne, wenn man einen Pleinfelder, der sich besonders klug wähnte, aufziehen wollte. Der Büttner Hannes war nämlich ein einfältiger dickköpfiger Mensch, der immer alles besonders klug zu machen glaubte, aber immer genau das Gegenteil erreichte. Zur damaligen Zeit hatte ein vormaliger Bürgermeister den Spitznamen "Krutziputzi", vermutlich weil er mit diesem Begriff fluchte und nicht "Kruzitürken" sagen wollte.
Pleinfeld 91785 Sandhoosn Sandhasen
sandige Gegend
Pausdorf 96110 Rahscheißer Ackerrainscheißer
Pfaffendorf 96187 Pfäffla kleine Pfarrer
Polsingen 91805 Ringalasschboozn Spatzen mit einem Ring
man wollte damit andeuten, dass es bei Versammlungen in Polsingen immer recht lebhaft zuging, wie halt in einem Spatzenschwarm.
Priegendorf 96148 Pfiffer Gelberlinge (Pilz)
Priesendorf 96170 Frösch Frösche
Rattelsdorf 96179 Iger  
Reckendorf 96182 Bohnaschdanga Bohnenstangen
Reckenstetten 90584 Deifluubinda Teufelanbinder
Spruch:
In Reggerschdian hängd da Deifl an da Kian
In Reckenstetten hänght der Teufel an der Kette
Reimlingen 86756 Bergleschieber  
Rengersricht 90602 Buschenbriigel Reißigprügel
Buschen sind klein gehackte Fichtenzweige, die man getrocknet zum Feuer entfachen benutzte.
Briigl sind starke Äste - Prügel
vermutlich eine Bezeichnung für Leute, die großmäulig etwas androhen und dann nicht durchsetzen können, denn Schläge mit klein gehackten Zweiglein tun ja nicht weh
Rittern 91741 Laamtreter Lehmiger schwerer Boden
Röckingen 91740 Gretzascheißer Gretze-Scheißer
ärmliche Gegend
Rohrbach 91796 Buudswingl Winkel
Der kleine Ort bei Ettenstatt liegt in einem Winkel der Frankenalb. Man konnte ihn früher nur auf einer Straße erreichen, die in diesem Dorf endete.
Roschlaub 96110 Schdaabeißâ Steinbeißer
Röckersbühl 92361 Hulzschouch Holzschuhe
ärmliche Gegend in der man sich nur Pantoffel mit Holzsohle oder Schuhe aus Holz leisten konnte
Röttenbach 91187 Sandhoosn Sandhasen
Einst verspottete ein Bauer aus Röttenbach seine Kollegen aus Mauk, weil die in diesem Jahr gar kleine Rüben zum Ernten hatten. Er verstieg sich sogar dazu drei Mauker Bauern ein 50 l Fass Bier zu versprechen, wenn sie im nächsten Jahr größere Rüben hätten als er. Das Wetter wollte es, dass im darauffolgenden Jahr die Mauker schöne große, die Röttenbacher dagegen eher dürftige Rüben ernten konnten. Die drei veräppelten Mauker Bauern machten sich also mit einigen besonders großen Rüben auf, um ihr Freibier einzufordern. Als sie der Röttenbacher Spötter kommen sah, nahm er Reiß aus und wollte sich im Wald verstecken, damit er das Bier nicht zahlen müsste. Die Mauker erspähten ihn aber und liefen schreiend und tobend hinterher. Das schreckte ein Häslein in einer Ackerfurche auf, dass in die gleiche Richtung wie der Feigling rannte. Da rief einer der Mauker schadenfroh: "Dou laffms, di Röimbacher Hoosn!" (Da laufen sie, die Röttenbacher Hasen.)
Roßdorf am Berg 96187   siehe Sprüche
Roßdorf am Forst 96129 Muddrgoddesbauâ Muttergottesbauer
Rudelstetten 86733 Sandhoosn Sandhasen
Sammenheim 91723 Sticklhupfer Stockhüpfer
siehe Dittenheim
Sand 97522 Wiiberla kleine Gänse
Sappenfeld 85132   Hexen
Sassanfart     Bangladesch
Schernfeld 85132 Hexn Hexen
Schernfelder Hexn
De-i hogga in Grezzn
Dou waggld di Grezzn,
dou lacha di Hexn.

Schernfelder Hexen,
Die sitzen in Kretzen.
Da wackelt die Kretzen
Da lachen die Hexen

Kretzen sind Huckelkörbe
Scheßlitz 96110 Windboidl Windbeutel
Leute, die gerne ein bisschen flunkern
Schlungenhof 91710 Gänswürchâ Gänsewürger
Man tötete Gänse durch Halsumdrehen
Schlungenhof 91710 Gänsrupfâ Gänserupfer
Hinweis darauf, dass man sich dort viele Gänse hielt, die vor dem Verzehr oder Verkauf das Zeitliche segnen und gerupft werden mussten.
Schmähingen 86720 Schnoagnlöschr Schnakenlöscher
Schmalwiesen 91781 Weileroxn Ochsen von einem Weiler
dumme Menschen aus einem Weilergebraucht von Leuten, die in größeren Ortschaften wohnten
Schwarzach (b. Allersberg) 90584 Achdavezzgâ 48-er
Dort hat man 1848 Probleme mit der Obrigkeit gehabt. Man ging in großer Not einfach in den Wald und stahl Holz. Dabei sei auch ein Förster kurzer Hand an einen Baum gebunden worden, damit er den Holzfrevel nicht stören konnte.
Schweinsdorf 91616 Drachng Drachen
Schwörsheim 86754 Ruababuaba Rübenbuben
Seligenporten 90602 Binsnscheida Binsenschneider
man erntete die Binsen(hohes Schilf) von den vielen Feuchtgebieten um den Ort
Siegritz 91332 Schupfmscheißer Leute in die Holzhütte scheißen
Solnhofen 91807 di ludderischn Zipfl Die lutherischen Zipfel (Leute)
die Gemeinde ist in einen eher katholisch geprägten Umfeld überwiegend evangelisch
Staffelstein 96231 Bass aaf pass auf
Steinbach Ufr 91541 Pölsterâ Polsterer
Stetten 91710 Schrollnbumbsâ siehe Dittenheim
Stirn 91785 Haischreggng Heuschrecken

siehe Sprüche!
Streudorf 91710 Rabaklaur Rabenklauer = Rabendiebe
In den Wälder gab es viele Raben (Krähen) die man einfing (evtl. um sie zu verzehren).
Strullendorf 96129 Hamper  
Stücht 91332 Lamagöger ?-Gieger - -Hähne
Suffersheim 91781 Boochhietschn Bachkröten - Hietschn (Kröten)
am Schambach entlang sind auch heute noch die Laichplätze vieler Kröten siehe Sprüche!
Suffersheim 91781 Wannamachâ Wannenmacher
Die Suffersheimer waren auch dafür bekannt, dass sie kleine Wannen aus Holz fertigten. Diese wurden dann Land auf, Land ab verkauft. Oft mussten sie mit dem Fahrrad bis nach Nürnberg gebracht werden.
Thalmannsfeld 91790 Äibiersäck Kartoffelsäcke
Kartoffelbauern
Thannhausen 91738 Sandhoosn vergl. Pleinfeld
Thannhausen 92342 Doocherler Dächerler
Leute, die sich auf dem Dach aufhalten
Doocherler sind gleichzusetzen mit Dauberern (Taubenhaltern. Im Ort gab es viele Taubenschläge, die sich unter den Hausdächern befanden.
Traindorf 96342 Boxkübel  
Trendl 91710 Bändali Bändel
Trendl liegt am Rieskrater. Wäre es nicht mit Bändern nach Mittelfranken gebunden, würde es ins Ries hineinfallen.siehe Sprüche
Tretzendorf 97514 Seebrunzer Seeurinierer
Treuchtlingen 91757 SchloudnscheißâoderSchloudnbombâ Schlotenscheißer
Schlotenbomber
(Geräusch beim Sch...)
Die Hirten, die mit ihren Herden den ganzen Tag auf den Wiesen an der Altmühl blieben, hatten ab und zu ein menschliches Bedürfnis. Dazu verschwanden sie in den "Schloten" (mannshohes Schilf mit Rohrkolben). Dazu passt folgende Bekanntmachung der Brauerei Schäff:Heute wird bekannt gemacht,dass niemand in die Altmühl macht!Morgen wird gebraut.Schäff
Treuchtlingen 91757 Endenjächâ Entenjäger
Treuchtlingen 91757 Schlehafressâ Schlehenesser
am Nagelberg gibt es reichlich Schlehenhecken
Trommetsheim 91793 Schloudnscheißâ Schlotenscheißer siehe Treuchtlingen
Trossenfurt 97514 Käppelesrutscher Kapellenrutscher
Tütschen-gereuth 96120 Schdaabeißâ Steinbeißer
Unterasbach 91710 Buddenfliggâ Buttenrichter - -zusammenflicker
Butten sind Holzwannen
Unterbreitelohe 91187 Fresch
Brallingâ Fresch
Frösche
Bralling = Breitenlohe
Es gab viele Weiher, in denen Frösche quakten.
Unterbrunn 96250 Köpfer  
Unterleinleiter 91364 Vochlfärbâ Vogelfärber
Unterleinleiter 91364 Vochlfängâ Vogelfänger
Unterleinleiter 91364 Pletschn  
Untermerzbach 96190   Klein Pariser
Unterschwaningen 91743 Marchgroofm Markgrafen
Dort befindet sich ein markgräfliches Schloss. Man sagt den Unterschwaningern nach, sie würden ihren Kopf höher tragen als die Leute der Umgegend.siehe Sprüche
Unterwurmbach 91710 Schafsfüß Schaffüße
Hinweis auf Schafe
Unterzettlitz 96231 Sandhubfâ Sandhüpfer
Ursheim 91805 Feinschbinnâ Feinspinner
doppelsinnige Bedeutung
Leute, die alles ganz genau durchdenken
oder solche, die nicht ganz recht im Kopf sind
Ursheim 91805 Bäanhaidâ Bärenhäuter
jemand, der Dinge sehr genau durchdenkt - vielleicht hat man dort einmal einen Bären gefangen?
Utzwingen 86747   Tornister
Veitserlbach 91785 Schnoogng Schnaken
Stechmücken - verm. feuchtes Gebiet mit vielen Stechmücken
Viereth 96191 Maascheißer Mainscheißer
Voigendorf   Russn  
Volkmannsreuth     Kuckuck
Wagnersmühle (b. Allersberg) 90584 Sandhoosn Sandhasen
Der Boden um den Ort ist sehr sandig.
Wald 91710 Raabaklauer siehe Streudorf
Walsdorf 96194 di Ludderischn die Lutherischen
Walting(b. Pleinfeld) 91785 Di Hechern Die Höheren
Ein Bäuerlein aus Walting wurde einst auf dem Amt in Pleinfeld gefragt, wo es denn her käme. Es gab zur Antwort: "Mir sann di Hechern". Es wollte damit ausdrücken, dass Walting höher liegt als Pleinfeld
Wallerstein 86757 Bflaschdâdreedâ Pflastertreter
Wasser-trüdingen 91717 Russa Russen
Einst haben die Wassertrüdinger Händel mit dem Dorf Weiltingen gehabt. Einmal haben sie das Dorf sogar angegriffen und fürchterlich Prügel bezogen. Sie mussten Hasenpannier nehmen und sind, wie die Weiltinger sagten, wie die Russen wieder nach Hause gerannt. Deshalb nennt man Wassertrüdingen auch Klein Russland.
Wattendorf 96196 Nusgnaggâ Nussknacker
Wechingen 86759 Bohnaschdengl Bohnenstängel
Weichwasserlos     siehe Sprüche
Weidenbach 91746 Steckerlasherrn Herren, die mit einem Stock gehen (vornehm?)
Weiltingen 91744 Halbherra Halbherren
Weingarts 91358 Laambadschâ Lehmschläger (badschn – schlagen, patschen)
Im Dialekt der Gegend heißt Weingarts „Maigisch“ nach einem dort ansässigen Adelsgeschlecht. Der Boden ist sehr lehmhaltig. Wahrscheinlich hat man sich das Handwerklich zu Nutze gemacht, oder es ist nur der Hinweis auf die Bodenbeschaffenheit.
Weipelsdorf   Kraken  
Weismain 96260 Kauhölzâ  
Weißenburg 91781 Hanserköpf Weißkrautköpfe
Wenn man sich von Ellingen her der Stadt Weißenburg näherte, befanden sich links von der Nürnberger Straße lauter Heimgärten, in denen die Weißenburger ihr Weißkraut anbauten. Diese leuchteten dem Ankömmling von weitem entgegen.
Auch waren die Weißenburger dafür bekannt, dass sie in den umliegenden Dörfer nach Weißkraut - nouch am Hanßâ - fragten.
Wellheim 91809 Kermzeiner
Kirmzeiner
Korbflechter
Eine Kerm oder Kirm ist ein Huckelkorb. Meist wurde der aus Holzspänen geflochten
Wemding 86650 Dooskebf "Köpfe", die aus dem Doosweiher ihr Wasser holten
Wemding 86650 Hergoddbaadr Herrgottsbader
Einstens war dei einer Wallfahrt das Tragekreuz recht staubig geworden. Die Wemdinger wussten um Abhilfe, sie "badeten" das Kreuz.
siehe Mohnheim
Westheim 91747 Knöpfelpluier  
Westheim 91747 Knöpf Knöpfe
Als einen Knopf bezeichnete man einen Menschen, der nicht einfach zu nehmen war.Hier meint man "handfeste" Leute, die gern "handgemein" wurden. D.h. es brauchte nicht viel, um mit ihnen Raufhändel zu bekommen.
Westheim (am Main) 97318 Buddâscheißâ Butterscheißer
Wettelsheim 91757 Boochbrunzer Bachurinierer
Wettelsheim 91757 Doudnsche-iber Totenschieber
Einst starb in Wettelsheim ein armer Handwerksbursch.Bevor ihm die Wettelsheimer ein Armenbegräbnis ausrichteten, das Kosten verursacht hätte, verkauften sie den Toten an die Anatomie der Universität Erlangen. (Man hat ihn "verschoben".)
Wettstetten 85139 Besnbinda Besenbinder
einst kam der Herzog von Bayern zu Besuch. Da kamen die Wettstettener auf die Idee, die Blumen, die sie ihm zu ehren zeigen wollten, auf Stöcke zu binden, damit er sie ja sehe. Der Herzog zeigte sich sehr erfreut über die schön gebundenen "Besen", die ihm entgegengehalten wurden. Schon hatten die Wettstettener ihren Necknamen.
Wiesen 96231 Maascheißer Mainscheißer
Wiesenttal 91346 Greizaggârâ Kreuzackerer
Wilhermsdorf 91452 Zichainâ Zigeuner
Windischhausen 91757 Boochbrunzer Bachurinierer
in die Rorach
siehe Sprüche
Windischletten 96110 Ichl Igel
Wolfersgrün 96346 Gaasschwärzer Ziegenschwärzer
Wolframs-Eschenbach 91639 Schdoodscheißâ Stadtscheißer
Als Stadt hatte Wolframs-Eschenbach gepflasterte Straßen. Die neidischen Bewohner des Umlandes, die bei Regen durch schlammige Straßen stapfen mussten, bezeichneten die in der Stadt so. Auch deswegen, weil man früher in Ermangelung öffentlicher Toiletten seine Notdurft in einem versteckten Winkel auf das Pflaster verrichtete
Wörnitzostheim 86733 Wenzgöggl  
Würzburg 97000 Meebrunzer urinieren in den Main
Wurzenbach 92637 Mondschbritzâ Mondspritzer
Wüstenselbitz 95233 Heschn Hirschen
In diesem Ort findet alle zwei Jahre ein Hirsch-Schießen statt. Vermutlich wird man deshalb geneckt.
Wüstenwelsberg 96190 Wüstenmäus Wüstenmäuse
Zapfendorf 96199 Maascheißâ Mainscheißer
Zeil 97475 Staahebâ Steinheber

In dieser Aufzeichnung geht es nicht darum, den Bewohnern eines der aufgezeichneten Orte Übles zu wollen. Der Sinn ist vielmehr darin zu sehen, unseren Nachkommen auch diese Facette des Zusammenlebens zu bewahren, weil auch das nur all zu schnell in Vergessenheit geraten wird.

Sollte ein geneigter Leser selbst von Necknamen wissen, die hier nicht aufgezeichnet sind, bitte ich um Nachricht.

So kann man mich erreichen:
Dieter Rieß
Geislohe 52, 91788 Pappenheim
Fon: 09149-242
Fax: 09149-908640
Mail: dieterjriess@web.de

Stand Donnerstag, 6. Januar 2011