Begegnungen zur Besinnung

Die Seele baumeln lassen

In einer Zeit, in der ob der Rasanz der Geschehnisse kaum noch Zeit bleibt, einmal inne zu halten und ein bisschen zu sich selbst zu finden, suchen viele Menschen nach einer Gelegenheit zum Ausruhen, zum Nachdenken.Einmal eine Stunde lang den eigenen Gedanken, angeregt durch kurze Texte, begleitet von schöner Musik zu lauschen, Kraft zu schöpfen für den Alttag, das ist es, was dieses Angebot ausmacht.

Mein Freund der Baum

Ein wunderschöner Spaziergang durch den Wald. Dazu hört man meditative Texte und einfühlsame Musik.

Kraft aus der Stille

In unserer lauten Zeit sehnt man sich zuweilen nach etwas Ruhe und Stille. Man suche sich einen schönen Platz zum Ausruhen und lausche einfach.

Vergiss nicht dass du Flügel hast

Es tut gut, wenn man zuweilen erfährt, dass das eigene wertvolle Ich so viele Möglichkeiten hat sich an sich selbst glauben zu lassen. Gedanken mit Phil Bosmanns.

Seele baumeln lassen

Zuhörer lassen Seele baumeln
Lesung mit Dieter Rieß fand zwischen Orchideen statt
ALLERSBERG (ts) - Für die erste Veranstaltung des Fördervereins der Allersberger Sybilla-Maurer-Grundschule wurde ein außergewöhnlicher Ort gesucht: In der Allersberger Baumschule Bittner fand eine Lesung von und mit dem Konrektor der Grundschule Dieter Rieß unter dem Motto „Die Seele baumeln lassen" statt.
Dort haben sich die Initiatoren auch bei der Dekoration einiges einfallen lassen. Überall zwischen dem Grün, den blühenden Orchideen und den Weihnachtssternen flackerten Kerzen, leises Wasserplätschern war zu hören, und für das leibliche Wohl war mit Lebkuchen und anderen Leckereien gesorgt.
Die zweite Vorsitzende des Vereins, Elfi Zanuso, dankte allen Beteiligten und Sponsoren, die diese Veranstaltung möglich gemacht hatten, darunter auch die Gastgeber des Abends, die Familie Bittner, die die Örtlichkeit zur Verfügung gestellt hatte und die Hauptlast bei den Vorbereitungen trug. Zanoso stellte sie die Ziele des Vereins vor, die Grundschule finanziell und bei Projekten zu unterstützen. Auch wenn der Eintritt frei war, gingen alle Erlöse aus dem Verkauf von Essen und Trinken an den Verein, und natürlich waren auch Spenden und neue Mitglieder willkommen.
Dann betrat die Hauptperson des Abends, Dieter Rieß, sein Podest, das mit üppigem Grün, bunten Bändern und vielen Kerzen geschmückt war. Neben ihm standen seine Gitarre und ein Mischpult, mit dem er die musikalische Untermalung seiner Lesung steuerte. „Ich möchte Sie heute Abend irgendwohin führen, wo es ihnen sehr gut gefällt", so Rieß. Mit einigen Ausnahmen waren alle Stücke aus der Feder von Rieß, die sich zu Beginn der Vorweihnachtszeit mit Glück, Geborgenheit, Entspannung und Emotionen beschäftigten, kurz und prägnant, gefolgt von einem längeren klassischen Musikstück vom Band. Daneben bekamen die rund 100 Zuhörer fränkische Mundart zu hören, und auch die Gitarre kam zum Einsatz. Der Vortrag wurde hin und wieder von zwei Papageien unterbrochen, die mit schrillen Pfeifen oder kurzen Kommentaren immer wieder für Heiterkeit sorgten, vor allem, als Rieß eine Geschichte von seinem Kater zum Besten gab, und diese von einem Vogel mit einem lautstarken „Miau!" quittiert wurde.
Ansonsten war es mucksmäuschen-still im Gewächshaus, während der routinierte Vorleser Dieter Rieß seine Texte mit bedächtiger Stimme entspannt und selbstsicher präsentierte. Zu den Klängen von Smetanas „Moldau" entschuldigte er sich bei seinen Zuhörern dafür, sie jetzt wieder zurück in die Gegenwart bringen zu müssen, und beendete seinen Vortrag mit dem Kinderlied „Guten Abend, gute Nacht". Widerwillig kehrten die Zuhörer wieder in die Realität zurück und spendeten dem Autor für seine wohltuende seelische Ganzkörpermassage viel Applaus.

Foto: Tschapka